Als Jugendlicher sagte ich: «Ich mache alles, nur nicht bauern». Ich besuchte dann die Handelsschule in Basel, wo eines Tages der Biologielehrer eher beiläufig den biologischen Landbau erwähnte. Das erzählte ich zu Hause, aber mein Vater sagte: ‹Das ist nicht praktikabel.› Ich wollte dann doch nicht im Büro arbeiten und machte die Landwirtschaftsausbildung. Für das zweite Ausbildungsjahr bemühte ich mich um eine Lehrstelle auf einem Biobetrieb, und das klappte auch. Ich konnte bei Fritz Buser in Zunzgen arbeiten. Mein Vater blieb zwar skeptisch, besuchte mich aber ab und zu auf meinem Lehrbetrieb und muss da gesehen haben, dass das doch nicht so abwegig ist mit dem Bio … Er hat dann wohl gespürt, dass ich nur auf dem väterlichen Betrieb zu halten wäre, wenn er ihn auf Biobewirtschaftung umstellen würde. Es folgten teils schwierige Jahre, auch finanziell. Ich sagte mir immer: ‹Wer überzeugt ist, kommt auch durch.› Sowohl in Anbaufragen als auch bezüglich möglicher Formen der Zusammenarbeit habe ich immer wieder experimentiert und Neues ausprobiert.

Im Jahr 2000 gründete ich zusammen mit Interessierten das Eulenhof-Team. Es leitete mich der indianische Gedanke des Teilens von Land: Ich darf zwar Land besitzen, aber ich soll es teilen, andere sollen selbstständig an der Nutzung mitwirken können. In der Landwirtschaft pröble ich gerade in den Bereichen Permakultur, Mischkulturen und Ökoflächen. Auf dem Eulenhof gibt’s übrigens 25 Prozent ökologische Ausgleichsflächen – das ist in gewisser Weise der schönste Betriebszweig! Die Idee ist, alles noch besser zu vernetzen und den Energieeinsatz zu optimieren. Mit Kartoffeln zum Beispiel habe ich einen kleinen Versuch gemacht: Ich legte ein Äckerchen an, auf dem ich dann den zweiten Schnitt, das Emd, von ungedüngten Wiesen als Mulch einsetzte. Zuerst hatten die Kartoffelpflanzen Mühe durchzustossen, dann aber schützte das Emd die Pflanzen und den Boden, hielt die Feuchtigkeit zusammen. Am Ende hatte ich den vierfachen Ertrag auf diesem Platz! Das hat jetzt sehr gut funktioniert, anderes misslingt natürlich. Mit einigen Entwicklungen im Biobereich habe ich etwas Mühe – uperisierte Milch zum Beispiel ist für mich ‹ab vom Weg›, ebenso die Vermarktung von extrem aufbereiteten Fixfertig-Convenience-Produkten. Daran ist aber nicht Bio Suisse als Organisation schuld, das ist der Druck des Marktes, dem die Delegiertenversammlung zu leicht nachgibt. Nun, ich muss ja für mich entscheiden, was ich mittragen will. Für mich sind die Richtlinien die Basis, sozusagen das Grundkonzept. Ich finde es wichtig, nicht bei diesem Grundkonzept stehen zu bleiben.

edi_hilpert

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